Leipziger WissensSpuren

  • en
  • Idee
  • Orte
  • Wege
  • Termine
  • Blog
  • Team
  • Kontakt
The Benefits of Diversity
Einsichten in die Bio-, Neuro und kulturelle Diversität
Ankündigung basierend auf einer Zeichnung aus Ringelnatz: „Kinder-Verwirr-Buch“. Public Domain, via Wikimedia Commons.
  1. Leipziger WissensSpuren
  2. Nachlesen
  3. The Benefits of Diversity

In unserem Spaziergang spürten wir den Vorzügen der Diversität nach, und den Herausforderungen im Umgang mit Diversität.

iDiv. Erforschung der BioDiversität

Eine Führung durch das iDiv gab uns Einblicke in aktuelle Forschungsthemen und Fragen, die in Leipzig bearbeitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt war dabei die besondere Bedeutung der für uns fast unsichtbaren Diversität von Organismen in unseren Böden.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Zarah Janda für die Führung durch das Institut, die Einblicke in ihre Arbeit und die Diskussionen über die Aktivitäten an dem Forschungsinstitut.

Einblicke in die Forschung am [iDiv](sites/institute/idiv/). Fotos: Team WissensSpuren.

Einblicke in die Forschung am iDiv. Fotos: Team WissensSpuren.

Auf dem kurzen Weg vom iDiv zur INSPIRATA diskutierten wir über Ökosystemdienstleistungen: Ist Biodiversität ein Wert an sich, im Sinne eines nicht verhandelbaren Grundrechtes, oder sollte man ihr in einer volkswirtschaftlichen Betrachtung einen monetärer Wert zuweisen — und damit einen systematischen Zugang schaffen für die Möglichkeit von Ausgleichszahlungen für Eingriffe in Ökosysteme.

INSPIRATA. Bedeutende Mathematiker mit besonderen Handicaps

In der INSPIRATA. diskutierten wir die Herausforderungen bei der Integration von Menschen mit besonderen mentalen oder körperlichen Herausforderungen. Ein bedrückendes historisches Zeugnis war das Gedicht „Das Hexenkind“ aus Ringelnatz: „Kinder-Verwirr-Buch“ aus dem Jahre 1931:

     Das Hexenkind

     Das junge Ding hieß Ilse Watt.
     Sie ward im Waisenhaus erzogen.
     Dort galt sie für verstockt, verlogen,
     Weil sie kein Wort gesprochen hat
     Und weil man ihr es sehr verdachte,
     Daß sie schon früh, wenn sie erwachte,
     Ganz leise vor sich hinlachte.

     Man nannte sie, weil ihr Betragen
     So seltsam war, das Hexenkind.
     Allüberall ward sie gescholten.
     Doch wagte niemand, sie zu schlagen.
     Denn sie war von Geburt her blind.

     Die Ilse hat für frech gegolten,
     Weil sie, wenn man zu Bett sie brachte,
     Noch leise vor sich hinlachte.

     In ihrem Bettchen blaß und matt
     Lag sterbend eines Tags die kranke
     Und stille, blinde Ilse Watt,
     Lächelte wie aus andern Welten
     Und sprach zu einer Angestellten,
     Die ihr das Haar gestreichelt hat,
     Ganz laut und glücklich noch: „Ich danke.“

Lebenswege von Personen, bei denen die Inklusion bis zu einem bestimmten Punkt gelang, zeichneten wir nach für drei bedeutende Mathematiker des vergangenen Jahrhunderts:

  • Alan Turing, der im zweiten Weltkrieg essentielle Beiträge zum Brechen der deutschen Verschlüsselungsmaschinen leistete, und anschließend die Entwicklung von Rechenmaschinen vorantrieb und wesentliche Grundlagen der Molekularbiologie legte. Er wurde verurteilt wegen homosexueller Handlungen und es gibt bei starke Hinweise für ein Asperger Syndrom.
  • Kurt Gödel, der bahnbrechende Beiträge zur mathematischen Logik leistete. Er litt auch unter dem Asperger Syndrom und unter extremer Paranoia.
  • Bei Stephen Hawking wurde im Alter von 20 Jahren eine amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert und mit knapp 40 Jahre war er fast vollständig gelähmt. Dennoch wurde er 76 Jahre alt und leistete bis ins hohe Alter bahnbrechende Beiträge zur Kosmologie.
Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung anhand der Biographien von drei bedeutenden Mathematikern des 20. Jh. Quellen von links nach rechts: Schritte auf dem Weg zur Inklusion nach Robert Aehnelt, [CC BY-SA 3.0](https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via [Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schritte_zur_Inklusion.svg) [Text gekürzt und vergrößert]; Alan Turing in Copeland: [The Essential Turing](https://archive.org/details/turing_202010/page/n1/mode/2up); Kurt Gödel in [Encyclopædia Britannica](https://www.britannica.com/biography/Kurt-Godel); Stephen Hawking via [OpenClipart](https://freesvg.org/stephen-hawking-scientist); Zeichnung aus Ringelnatz: [„Kinder-Verwirr-Buch“](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kinder-Verwirr-Buch_07.jpg).

Chancen und Herausforderungen inklusiver Bildung anhand der Biographien von drei bedeutenden Mathematikern des 20. Jh. Quellen von links nach rechts: Schritte auf dem Weg zur Inklusion nach Robert Aehnelt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons [Text gekürzt und vergrößert]; Alan Turing in Copeland: The Essential Turing; Kurt Gödel in Encyclopædia Britannica; Stephen Hawking via OpenClipart; Zeichnung aus Ringelnatz: „Kinder-Verwirr-Buch“.

Auf dem Weg über den Deutschen Platz zur Nationalbibliothek diskutierten wir über die Erwartungen von Lehrern an ihre Schüler. Angeblich beklagen sich die Lehrer schon seit 5000 darüber, dass die Studierenden immer dümmer werden.

DBSM. Entwicklungen in der schriftlichen Kommunikation

Unsere Quellen für den Austausch von Lehrern und Schülern in der Antike sind sumerische Tontafeln mit Übungen von Schülern, den auf den Tafeln vermerkten Kommentaren, sowie einige Einträge auf Tontafel-Tagebüchern. Ausführungen zu der damaligen Schulsituation und ihrer Entwicklung bis in die moderne Zeit gibt beispielsweise Gustav Keller in seinem Büchlein „ Die Schülerschelte — Leidensgeschichte einer Generation“. Die wissenschaftliche Arbeit der Schreibkundigen und ihre erstaunlichen Fertigkeiten in der Mathematik sind belegt durch viele Funde von Tontafeln mit astronomischen Aufzeichnungen.

Im Deutschen Buch- und Schriftmuseum verfolgten wir die Weiterentwicklung der Schrift bis hin zu unseren modernen Schriftarten. Für jede Gelegenheit und jeden Zweck findet sich in ihrer großen Vielfalt eine Schrift mit genau den richtigen Serifen und der rechten Breite und Stärke.

Formen der Kommunikation und der Bewahrung schriftlicher Kulturgütern in den Sammlungen der [DNB](sites/collection/museum/book-writing/): Von der Keilschrift (links) über die Entwicklung moderner Schriftarten (Mitte) zum Cartoon (rechts). Fotos: Team WissensSpuren.

Formen der Kommunikation und der Bewahrung schriftlicher Kulturgütern in den Sammlungen der DNB: Von der Keilschrift (links) über die Entwicklung moderner Schriftarten (Mitte) zum Cartoon (rechts). Fotos: Team WissensSpuren.

Neben Schriften und Büchern werden in der DNB auch Cartoons gesammelt. Als besonderes Glanzlicht gilt dabei die 2021 erworbene Sammlung von Armin Abmeier, mit einem umfassenden Konvolut von wegweisenden Cartoons, in denen Robert Crumb sein Leben und sein Umfeld seit nunmehr 60 Jahren dokumentiert.

Universität. Kulturelle Diversität und Nachhaltigkeit

Zum Abschluss der Tour besuchten wir eine Poster-Ausstellung zu Leipziger Forschungsprojekten mit Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Sie war das Abschlussprojekt der 5. Ringvorlesung Handlungskompetenz für Nachhaltige Entwicklung, um die vielfachen Bezüge zwischen den Vorträgen der Ringvorlesung zu reflektieren. Jedes Wintersemester ist die Vorlesung ein Lernlabor für die Diversität an der Universität: Studierende aus vielen verschiedenen Nationen und mit Studiengängen aus dem gesamten Spektrum der Angebote der Universität treffen sich einmal in der Woche zum Austausch mit einem Wissenschaftler, um ihre oder seine Forschung kennen zu lernen. Im Laufe des Semesters ergibt sich dabei ein Panorama verschiedener Perspektiven und Forschungsansätze mit Bezug zur Nachhaltigkeit.

Die Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien, Forschung und Lehre zu Nachhaltiger Entwicklung an der Universität Leipzig. Fotos: Team WissensSpuren.

Die Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien, Forschung und Lehre zu Nachhaltiger Entwicklung an der Universität Leipzig. Fotos: Team WissensSpuren.

Den Abschluss der Tour bildete eine Diskussionsrunde zu unseren Erfahrungen zum Umgang mit Diversität: Wo haben wir in unserem Leben von Diversität profitiert? Wo sehen wir Entwicklungen zum Schlechteren und zum Besseren? Wo liegen die Schattenseiten aktueller Konzepte von Nachhaltigkeit, und was gilt es von daher in Zukunft zu beachten?

Wir bedanken uns sehr herzlich bei den Teilnehmenden für das rege Interesse und den intensiven Austausch.

© Leipziger WissensSpuren 2026 Impressum und Datenschutz Kontakt