Tag des Vergessens. Und des Erinnerns.
Team WissensSpuren
Zum ersten Geburtstag der WissensSpuren und zur Eröffnung der Ausstellung Forget it?! im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek organisierten wir ein WissensFestival. Gemeinsam mit Kooperationspartner:innen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur überlegen wir, was es zu erinnern gilt, was man vergessen sollte, und wie man Wichtiges bewahrt.
Am Vormittag gab es ein buntes Veranstaltungsprogramm im Deutschen Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek. Um zwei Uhr brachen wir auf zu einem Spaziergang zum Thema Leipziger Powerfrauen. Zum Abschluss machten wir uns im Grassi Gedanken über Restitution und die Begleitung von kaum bekannten Stummfilmen mit einer Kinoorgel.
Festival im Buch- und Schriftmuseum
Schon vor der Eröffnung um zehn Uhr traten Besucher:innen und die vielen Aktiven in einen regen Austausch. Um begrüßten Jürgen Vollmer und Stephanie Jacobs die Anwesenden im Namen der WissensSpuren und des Deutschen Nationalbibliothek, und Kerstin Preiwuß vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig fügte der Begrüßung eine schriftstellerische Perspektive hinzu.

Austausch, Eröffnung der Veranstaltung und reger Austausch in der DNB. Fotos: Team WissensSpuren.
Dann gab es Gelegenheit zum Besichtigen der Ausstellungen, der Installationen und künstlerischen Interventionen, sowie von Vorträgen und Führungen:
- die Ausstellung »Forget it?!« des DBSM der DNB

- Beiträge der Macromedia University mit digitalen Spiele zum Thema »Vergessen und Erinnern« und interaktive Installationen zum Thema »Erinnerungen«

- Künstlerische Interventionen von Studierenden der Klasse für Künstlerisches Handeln und Forschen der HGB Leipzig

- die Vorträge von Felicitas Biller: (Toihaus): „Was bleibet aber, stiften die Dichter – Arno Schmidt als Super-Archiv“, Philipp Meyer (IfL): „Hans Meyer und die Schneeberge Afrikas“ und Kimberly Coulter (IfL): „The future of the colonial past“

- sowie Führungen durch das Museum und die Bibliothek, und viele andere Aktionen.
Auf den Spuren von „Leipziger Powerfrauen“
Um zwei Uhr begaben wir uns schließlich auf die Spuren historisch bedeutsamer “Powerfrauen”, die in Leipzig walteten und wirkten.

Begrüßung zum WissensSpaziergang zu Leipziger Powerfrauen. Fotos: Team WissensSpuren.
Den Schwerpunkt dieser Tour bildete eine Führung durch das Förderzentrum Samuel Heinicke. Dort erfuhren wir von der bedeutenden Rolle von Anna Heinicke (1757-1840) als langjährige Schulleiterin. Sie leistete Maßgebliches für die gesellschaftliche Stellung Gehörloser und sie konnte Mittel für das ersten Schulgebäude einwerben. Im Anschluss fragten wir uns, wieso die Schule eigentlich nicht Anna-Heinicke-Schule heißt.

Besichtigung der Samuel-Heinicke-Schule. Fotos: Team WissensSpuren.
Die Schwierigkeiten von Frauen im akademischen Umfeld diskutierten wir exemplarisch anhand der Biographien von Hope Bridges Adams Lehmann (1855–1916), die als erste Frau in Deutschland ein Medizinstudium abschloss, und von Klara Döpel (1900–1945), die sich 1933 entschloss ihre Zulassung als Rechtsanwältin niederzulegen und stattdessen mit ihrem Ehemann und Werner Heisenberg als Physikerin zu arbeiten. Inspiriert für ihr mutiges Eintreten für die Rechte der Frauen wurden diese Vorkämpferinnen von der Leipziger Pädagogin und Frauenrechtlerin Henriette Goldschmidt (1825–1920).
Abschluss im Grassi
Zum Abschluss des Tages besuchten wir das Gassi.
Birgit Scheps gab uns dort einen Einblick in die Provenienzforschung im Grassi Museum für Völkerkunde und die dabei auftretenden Diskussionen betreffend Restitution und (Rück-)Gaben.

Abschluss im Grassi. Fotos: Team WissensSpuren.
Abschließend zeigten uns Sabine und Veit Heller die »Die ambivalente Sehnsucht nach dem Fremden« in Stummfilmen, die sie auf der Kinoorgel live begleiteten.
Wir danken den Teilnehmenden und den vielen Aktiven sehr herzlich für das rege Interesse, die Beträge und die vielen intensiven Diskussionen.
Wir fanden das Festival großartig!
Von daher haben wir mit der Planung für eine neue Auflage am Samstag, den 7. November 2026 begonnen. Das Programm am Vormittag wird dann im Grassi stattfinden, und am Nachmittag begeben wir aus auf den Weg zum Austragungsort 2027!