Handel, Händel, Handeln
Jürgen Vollmer
Auf unserem Spaziergang am 9. August betrachteten wir die Geschichte von politischen und gesellschaftlichen Abkommen und Absprachen: Vor 80 Jahren verschob das Potsdamer Abkommen die Stadt Leipzig aus dem durch die Amerikaner befreiten Gebiet in die sowjetische Besatzungszone. Vor 50 Jahren läutete die Unterzeichnung der KSZE-Akte das Tauwetter am Ende des Kalten Krieges ein. Vor 35 Jahren verhandelten Ost- und Westdeutschland nach dem Mauerfall über die Wiedervereinigung. Die großen politischen Abkommen wurden von den maßgeblichen politischen Führern verhandelt und die “Deals” wurden als Staatsakt auf großer Bühne unterzeichnet. Andererseits gelangen einige große politische Projekte, wie beispielsweise der New Deal, nur durch das Einbeziehen der Zivilgesellschaft. Die Wende in Ostdeutschland zeigt eindrücklich, wie Proteste und Graswurzelbewegungen die Welt in eine neue Richtung lenken können.
Dem Thema näherten wir uns in einer Einführung und Besichtigung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Wirtschaftspolitische und gesellschaftliche Fragen stellten wir vor dem Leibniz Denkmal im Innenhof der Universität hinter dem Neuen Augusteum. Eine außereuropäische Perspektive auf das Thema eröffneten wir anhand des REINVENTING GRASSI.SKD-Projekts des Grassi Museums für Völkerkunde. Zum Abschluss besuchten wir das Polnische Institut Berlin – Filiale Leipzig, wo uns ein tiefer Einblick geboten wurde in die bewegte Geschichte Polens, in die deutsch-polnischen Beziehungen und die Rolle von polnischen Exilanten in Leipzig.

Führung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig. Foto: Team WissensSpuren.
Wir danken Yvonne Walter vom Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig und Bernd Karwen vom Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig sehr herzlich für ihren Einsatz und die vielen tollen Erklärungen — und den Teilnehmenden für das rege Interesse und den intensiven Austausch.
Einen ausführlicheren Rückblick auf die Tour gibt es auf der Englischen Seite.